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«Unsere Behandlung fokussiert nicht nur auf die Zähne»

Karies ist nicht das einzige Problem in der Mundhöhle: Stille Entzündungen können das Immunsystem belasten und gesundheitliche Folgen haben. Die biologische Zahnmedizin, wie sie in der Zahnarztpraxis Dr. Merz angewandt wird, setzt genau hier an.

Frau Dr. Merz, viele Menschen verbinden mit Zahngesundheit vor allem die Abwesenheit von Karies. Doch immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Gesundheit im Allgemeinen im Mund beginnt. Was bedeutet das?

Karies stellt lediglich einen kleinen Bruchteil der pathologischen Faktoren dar, die wir im Mundraum antreffen. Heikel sind vor allem chronische, stille Entzündungen. Diese äussern sich häufig als kleine, lokale Entzündungsherde oder Zysten, die vom Betroffenen selbst kaum wahrgenommen werden. Folglich läuft das Immunsystem der Betroffenen permanent auf Hochtouren. Dementsprechend fehlen dem Körper je nach Situation die notwendigen Ressourcen, um andere Krankheitsherde adäquat zu bekämpfen. Ein weiteres Problem ist die Parodontitis, eine chronische, bakterielle Entzündung des Zahnfleisches. Diese Bakterien sind in gesunden Verhältnissen kaum vorhanden — bei einer Parodontitis verschieben sich die Gleichgewichte und sie können sich unkontrolliert vermehren. Zudem können Störfaktoren wie metallhaltige Füllungen das Immunsystem stark belasten. Verschiedene Metalle im Mundraum wirken quasi wie eine «Batterie»: Sie lösen Ionenströme aus, was oft zu einem unangenehmen oder sogar brennenden Gefühl führt. Sie sehen also: Das Thema geht weit über Karies hinaus. Letztlich können all diese Schadstoffe, Bakterien und deren Abfallprodukte vom Mundraum direkt in die Blutbahn und somit in den gesamten Körper gelangen.

Und was kann schlimmstenfalls die Folge davon sein?

Da existieren verschiedene Szenarien. Ich möchte hierbei jedoch explizit festhalten, dass insbesondere schwere Erkrankungen praktisch immer auf mehrere Faktoren zurückzuführen sind. Eine ungenügende Mundhygiene, beziehungsweise eine schlechte Zahngesundheit, kann hier einen erheblichen, zusätzlichen Gefahrenherd darstellen. Es ist beispielsweise grundsätzlich möglich, dass Bakterien, die sich in Zahnfleischtaschen ansammeln, bis zu den Herzklappen vordringen. Darum müssen bei Patientinnen und Patienten vor einer Herzklappen-Operation zwingend befallene Zähne behandelt werden. Ebenso kann eine mangelhafte Mundgesundheit chronischen Ermüdungserkrankungen oder sogar Autoimmunerkrankungen fördern. Zudem verlaufen die grossen Hirnnerven in unmittelbarer Nähe zum Mund. Gelangen nun Toxine entlang der Nervenfasern dorthin, können sie unter Umständen eine Trigeminusneuralgie – eine chronische Schmerzerkrankung des fünften Hirnnervs – begünstigen. Aber auch hier gilt erneut: Meist sind mehrere gesundheitliche Faktoren ausschlaggebend. Es lohnt sich demzufolge enorm, der Mundgesundheit Rechnung zu tragen, um solche potenziellen Gefahrenherde proaktiv zu löschen.

In Ihrer Praxis setzen Sie auf die biologische Zahnmedizin. Was zeichnet diese aus und wie unterscheidet sie sich vom «klassischen» Ansatz?

Die biologische Zahnmedizin zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass wir unsere Patientinnen und Patienten sowie deren Gesundheit ganzheitlich betrachten. Wir prüfen stets, ob eventuell andere Erkrankungen vorliegen, die in einem direkten Zusammenhang mit der Mundhöhle stehen könnten. Wir suchen daher immer nach Wegen, eine umfassende Verbesserung zu erzielen, indem wir gezielt Störfaktoren im Mund, die das Immunsystem belasten können, beheben. Der Ausbruch chronischer Erkrankungen wird zwar nicht allein durch die Mundgesundheit bestimmt, sie bildet jedoch ein entscheidendes Puzzleteil. Daher sprechen wir mit unseren Patientinnen und Patienten nicht nur über Zähne, sondern ebenso über Mikronährstoffe, die das Immunsystem ideal unterstützen.

«Der Ausbruch chronischer Erkrankungen wird zwar nicht allein durch die Mundgesundheit bestimmt, sie bildet jedoch ein entscheidendes Puzzleteil.»

Welche Mikronährstoffe sind in diesem Zusammenhang empfehlenswert?

Wichtig sind Vitamin D3 und K2 für den Knochenaufbau sowie Vitamin C, das eine zentrale Rolle bei der Wundheilung spielt. Ausserdem setzen wir grundsätzlich keine Implantate aus Materialien ein, welche das Immunsystem in irgendeiner Form belasten könnten.

Welches Material ist denn sicher?

Wir nutzen sogenannte «inerte Materialien». Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie praktisch keine chemische oder biologische Reaktionen im Körper bewirken. Diesbezüglich sind Keramikimplantate schlichtweg hervorragend. Wir verwenden hierfür Produkte von Swiss Dental Solutions, dem Weltmarktführer im Bereich der Keramikimplantate. Ich bin von der ausserordentlichen Qualität dieser Materialien derart begeistert, dass ich gar als Ambassadorin für das Unternehmen agiere. Die klassische Zahnmedizin setzt häufig Titanimplantate ein. Das ist zwar nicht per se schlecht, jedoch ist Keramik nach unserer weitreichenden Erfahrung definitiv vorzuziehen.

Welche Massnahmen oder Services erbringen Sie am häufigsten, sprich: Wie steht es um die Mundgesundheit der Schweizerinnen und Schweizer?

Am häufigsten treffen wir auf stille, chronische Entzündungen, welche die Betroffenen im Alltag gar nicht bemerken. Die bereits angesprochenen Entzündungsherde und Zysten sind folglich relativ weitverbreitet. Zudem ersetzen wir in unserer Praxis sehr häufig alte Amalgamfüllungen, selbstverständlich unter speziellen Schutzmassnahmen, um das System nachhaltig zu entlasten.

Dreimal am Tag Zähneputzen – ist dies noch immer der beste Rat für einen gesunden Mund?

Dieser Satz hat nach wie vor seine Berechtigung. Wir empfehlen den Leuten überdies, genau darauf zu achten, womit sie ihre Zähne putzen. Die chemische Verbindung Fluorid verwenden wir beispielsweise ganz gezielt als Medikament. Es gibt zwar durchaus Menschen, die Fluorid in ihrer täglichen Pflegeroutine benötigen, doch generell empfehlen wir die Nutzung von Zahnpasta mit Hydroxylapatit. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Baustein, genauer gesagt um ein natürliches Calciumphosphat. Da dieses den Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen bildet, macht es diese auf natürliche Weise hart und widerstandsfähig. Ferner ist die Nutzung von Zahnseide äusserst sinnvoll, um die schwer zugänglichen Zwischenräume zu reinigen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Die Zahnseide darf nicht einfach «nach unten» gedrückt werden, da sonst das Zahnfleisch verletzt wird. Ebenso sollten Zahnzwischenraum-Bürstchen vorsichtig und zurückhaltend genutzt werden, um Verletzungen effektiv vorzubeugen.

Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarztbesuch. Wie wirken Sie dem entgegen?

Wir achten penibel auf eine angenehme und freundliche Willkommenskultur. Beim Ersttermin findet grundsätzlich keine Behandlung statt, es sei denn, die oder der Betroffene leidet unter grossen Schmerzen. Es geht vielmehr um ein erstes Kennenlernen und darum, eine solide Vertrauensbasis aufzubauen. Wir geben dabei das Versprechen ab, dass wir absolut schmerzfrei behandeln. Daraufhin erfolgt eine detaillierte Befundaufnahme, nach der wir sämtliche Behandlungsmöglichkeiten transparent aufzeigen. Die finale Entscheidung liegt stets bei den Patienten. Wir klären umfassend auf, worum es bei den Eingriffen geht und welche Kosten damit verbunden sind. Daraus resultiert schliesslich ein individueller Behandlungsplan samt einem verlässlichen Kostenvoranschlag.

Was bringt die Zukunft für die biologische Zahnmedizin?

Wir agieren hier als Vorreiter und bewegen uns stark im aufstrebenden Bereich der Longevity. Über dieses Thema kam ich selbst zur biologischen Zahnmedizin. Das Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen ist heute deutlich höher, und immer mehr Patientinnen und Patienten verstehen, warum unser ganzheitlicher Ansatz Sinn ergibt. Wir betrachten uns daher keineswegs als Nische, sondern vielmehr als die Zukunft einer nachhaltigen, umfassenden und ganzheitlichen Zahngesundheit. Und natürlich ist es unser grösstes Anliegen, diese immensen Vorteile so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen!

Weitere Informationen finden Sie unter www.zahnarzt-merz.ch

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