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Stress: Ursachen erkennen und Bewältigung meistern

Der Hitzesommer ist überstanden und die Arbeitswelt läuft wieder im gewohnten Takt. Damit steigt aber auch die Gefahr für arbeitsbedingten Stress. Die Auswirkungen betreffen alle, darum findest du hier bewährte Strategien, um mit dem Stress so gut wie möglich umzugehen.

Stress am Arbeitsplatz ist eine der bedeutenden Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Er geht mit gravierenden Folgen für die betroffenen Arbeitnehmenden (z.B. gesundheitliche Einschränkungen) sowie für die Unternehmen (beispielsweise durch Fehlzeiten) einher. Gemäss Gesundheitsförderung Schweiz bezeichnet Stress allgemein ein Ungleichgewicht zwischen den Belastungen, mit denen eine Person konfrontiert wird, und den verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten (Ressourcen). Um die Entwicklungen der psychischen Gesundheit der Erwerbstätigen in der Schweiz präzise zu beobachten und Unternehmen sowie Wirtschaftsakteure fundiert darüber zu informieren, ermittelt Gesundheitsförderung Schweiz zusammen mit der Universität Bern und der ZHAW seit 2014 regelmässig Kennzahlen. Dabei geht es um das Ausmass von arbeitsbezogenem Stress und dessen Zusammenhang mit der Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen in der Schweiz. Daher gilt der Job-Stress-Index als allgemeiner “Stress-Mittelwert” der Schweiz.

Was ist Stress genau?

Der Begriff «Stress» wird umgangssprachlich häufig mit den Begriffen Belastung oder Beanspruchung gleichgesetzt. In der deutschsprachigen Arbeitswissenschaft werden diese Begriffe hingegen klar unterschieden. Psychische Belastung ist als die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse definiert, die von aussen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Psychische Beanspruchung ist wiederum die unmittelbare Auswirkung dieser psychischen Belastung auf das Individuum und somit ein innerer Zustand als Reaktion einer Person auf die äussere Belastung.

Stress ist folglich eine spezifische Form von Beanspruchung. Es handelt sich nämlich um ein Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen der (Arbeits-)Umwelt und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten beziehungsweise ein Ungleichgewicht zwischen den Angeboten der Umwelt (z.B. im Hinblick auf das Arbeitsklima) und den individuellen Bedürfnissen. Ein solches Ungleichgewicht erzeugt negative Emotionen. Somit kann Stress als subjektiv unangenehmer Spannungszustand definiert werden.

Empfehlungen der Gesundheitsförderung Schweiz gegen arbeitsbedingten Stress

Es ist von zentraler Bedeutung, Belastungen am Arbeitsplatz wo immer möglich zu minimieren und gleichzeitig persönliche Ressourcen zu fördern. Um Stresssituationen besser bewältigen zu können, braucht es allerdings zuerst eine genaue Analyse der Belastungsfaktoren sowie der persönlichen Ressourcen, beispielsweise mithilfe der Job-Stress-Analysis. Daraus lassen sich dementsprechend geplante und zielgerichtete Massnahmen ableiten und umsetzen.

Im Anschluss hilft ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), die Gesundheit der Mitarbeitenden nachhaltig zu schützen und zu stärken. BGM ist die systematische Optimierung relevanter Faktoren für die Gesundheit im Betrieb. Es schafft durch die Anpassung von Unternehmensstrukturen und -prozessen günstige Bedingungen für die Gesundheit der Belegschaft und trägt folglich direkt zum Erfolg des Unternehmens bei. Ein erfolgreiches BGM erfordert zudem die aktive Beteiligung aller Personengruppen im Unternehmen, ist fest in dessen Management integriert und kommt in der Firmenkultur deutlich zum Ausdruck.

Mit dem Label «Friendly Work Space» und den BGM-Services unterstützt Gesundheitsförderung Schweiz Organisationen und Betriebe aktiv beim Aufbau eines systematischen BGM. Diese Angebote wurden in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt und kontinuierlich optimiert.

Stressbewältigung: Was kannst du selbst tun?

Es gibt schweizweit ein breites Angebot an Kursen, in welchen effektive Techniken und Strategien zur besseren Stressbewältigung vermittelt werden. Falls die Belastungen vor allem im beruflichen Umfeld zu finden sind, empfiehlt es sich daher, frühzeitig mit Vorgesetzten und Arbeitskolleg*innen das Gespräch zu suchen. Falls sich dies als schwierig gestaltet, können das Personalmanagement (HR) oder die Personalkommission ebenfalls hilfreiche Anlaufstellen sein.

10 bewährte Tipps für einen raschen Stressabbau

Wenn die Stresshormone im Gehirn ankommen, wird klares Denken zunehmend schwierig. Um diese kognitive Fähigkeit wiederzuerlangen, müssen die Stresshormone rasch abgebaut werden, wie das Portal psy-gesundheit.ch betont. Dies gelingt folglich, indem du beispielsweise:

  • körperlich aktiv wirst (Bewegung, Sport, frische Luft usw.);
  • tief und bewusst einatmest;
  • Spass hast und lachst;
  • singst und tanzt;
  • meditierst und Entspannungsübungen durchführst;
  • mit Angehörigen sprichst und nicht allein bleibst;
  • dir klare Ziele setzt, eine Sache nach der anderen erledigst und dir die Zeit sinnvoll einteilst;
  • Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten fasst und Selbstmitgefühl zeigst;
  • den Blickwinkel änderst und dich davon überzeugst, dass die Situation nicht bedrohlich ist;
  • stets optimistisch und positiv bleibst.

Langfristige Strategien zur Stressbewältigung entwickeln

Stress komplett aus unserem Leben zu verbannen, ist schlichtweg unmöglich. Allerdings kannst du lernen, konstruktiv damit umzugehen. Da Stress eine sehr persönliche Erfahrung ist, gibt es dementsprechend kein allgemeingültiges Geheimrezept. Jede und jeder muss für sich langfristige Strategien finden und entwickeln, die im individuellen Alltag am besten funktionieren.

Stress abbauen und Resilienz stärken

Zur nachhaltigen Stressbewältigung muss zunächst die wahre Quelle ermittelt werden: Was hat den Stress konkret ausgelöst und warum? Die sogenannte CESH-Methode (schwacher Kontrollsinn, Unvorhersehbarkeit, Neuheit und bedrohte Persönlichkeit) kann massgeblich dabei helfen, das zugrundeliegende Problem zu definieren. Weitere Informationen dazu findest du unter Stressquellen erkennen.

Nachdem die Stressquelle(n) identifiziert wurde(n), kann gezielt Resilienz aufgebaut werden. Hierbei solltest du dir Massnahmen überlegen, die für den Umgang mit diesen Bedrohungen funktionieren könnten. Selbst wenn diese Massnahmen am Ende nicht umgesetzt werden, vermittelt allein die mentale Vorstellung ein Gefühl der Kontrolle. Somit wird dieses unangenehme Stressempfinden bereits im Vorfeld spürbar verringert.

Effektive Anpassungsstrategien für den Alltag

Wir alle sind aus unterschiedlichsten Gründen gestresst und nutzen daher verschiedene Bewältigungsstrategien – sowohl in unseren Gedanken als auch in unseren Verhaltensweisen:

  • Problemzentrierte Strategien: direkt auf die stressvolle Situation einwirken, die Lage neu bewerten, eigene Anstrengungen verdoppeln, innere Ressourcen nutzen und steigern, aus früheren Erfahrungen lernen oder sich mit Vertrauenspersonen austauschen.
  • Emotionszentrierte Strategien: die emotionale Reaktion auf den Stress aktiv beeinflussen, soziale Unterstützung suchen oder den Blickwinkel auf die gegebene Situation bewusst verändern.

Gesunde Lebensgewohnheiten (wie eine ausgewogene Ernährung und regelmässige körperliche Aktivität), ausreichende Ruhephasen und bewusst eingeplante Zeit für dich selbst helfen folglich dabei, den täglichen Alltagsstress deutlich besser zu bewältigen.

Sollten all diese verschiedenen Methoden der Stressbewältigung nicht die gewünschte Wirkung zeigen, ist es essenziell, zeitnah mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder einer professionellen Gesundheitsfachperson darüber zu sprechen.

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